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Apfelessig die Wunderwaffe, nicht nur beim Kochen und Backen

Apfelessig und Äpfel

Was macht der Apfelessig in der Zubereitung unserer Backmischung? Eine Frage die wir häufig bekommen und ein sehr guter Grund für euch einen kleinen Artikel über das Zauberelexier Apfelessig zu schreiben.

Neben den gesundheitsfördernden Eigenschaften bildet der Essig zusammen mit dem natürlichen Mittelchen Natron ein treibstarkes Duo, welches unsere Backmischung ohne Hefe aufgehen lässt.

So wird Apfelessig gemacht

Essig kann nahezu aus allen fermentierbaren Kohlenhydraten gemacht werden. Ein ganz besonderes wertvoller Essig wird aus Äpfeln gewonnen.
Mit Hilfe von Hefebakterien entsteht unter Luftausschluss aus dem natürlichen Zucker im Apfelsaft Alkohol. Nimmt man nun den entstandenen Apfelwein und lässt Essigsäurebakterien den Alkohol mit Hilfe von Sauerstoff zu Essigsäure fermentieren, bekommt man den leckeren trüben Apfelessig.
Der Säureanteil liegt gewöhnlich zwischen 4 und 7 Prozent.

Trotz des säuerlichen Geschmacks wird der Apfelessig in unserem Körper basisch verstoffwechselt. Es bildet somit einen guten Ausgleich zu säurebildenden Lebensmitteln – beispielsweise Fleisch und tierisches Eiweiß.

Der beste Apfelessig wird aus Bio-Äpfeln hergestellt, ist naturtrüb, unfiltriert und nicht pasteurisiert – er enthält die meisten lebendigen, nützlichen Bakterienkulturen, die sich meist als bräunliche Trübung unten in der Flasche absetzten.

Viele der entdeckten heilenden Eigenschaften des Essigs sind noch nicht gänzlich aufgeklärt, man vermutet dass die fördernden Komponenten die Essigsäure, probiotische Bakterien, Pektin, Enzyme, sowie der Gehalt an Magnesium und Kalium sind.

Die Wunderwaffe

Essigsäure stark gegen Bakterien

Apfelessig wirkt dank seiner enthaltenen Essigsäure als natürliches Antibiotikum. Die Säure verhindert die Ausbreitung von schlechten Bakterien und hilft somit beispielsweise im Magen-Darm-Trakt den Anteil an gesunden Bakterien zu erhöhen.

Probiotische Bakterien & Pektin für die Darmgesundheit

Im Apfelessig selbst gibt es verschiedenste für die Darmgesundheit förderliche Bakterienstämme. Hinzu kommt, dass Apfelessig den Ballaststoff Pektin enthält: dieser präbiotische Stoff ist ein Nahrungsmittel für die gesunden Bakterien und wird von diesen zu kurzkettigen Fettsäuren umgewandelt. Kurzkettige Fettsäuren haben einen regenerierenden Effekt auf die Darmschleimhaut, stärken das Immunsystem und mindern entzündliche Prozesse.

Magensäure und Verdauungsförderung

Unsere Verdauung besteht aus einer Kaskade an Reaktionen … vom Kauvorgang eingeleitet bis zum Gang auf die Toilette. Jeder vorhergehende Schritt löst nötige Prozesse für den nächsten Schritt aus.
Ein saurer PH-Wert im Magen ist wichtig für die Aktivierung und Anregung von Verdauungsenzymen. Wird zu wenig Magensäure produziert (einer der häufigsten Gründe für Sodbrennen) gerät die Verdauung bereits hier ins stocken. Ein kleiner Teelöffel Apfelessig hilft hier den Magen etwas saurer zu machen und die Verdauung in Gang zu halten.

Abnehmen mit Apfelessig?

Entgegen der Meinung vieler Webseiten, dass Apfelessig aktiv beim Gewichtverlieren hilft, müssen wir leider sagen, dass es aktuell keine aussagekräftigen an Menschen durchgeführten Studien gibt, die belegen, dass Apfelessig direkt beim Abbau von Fett hilft.
Dennoch ist es möglich mit Apfelessig Gewicht zu verlieren:
1. Vor dem Essen eingenommen fördert er das Sättigungsgefühl, das dazu führt, dass wir tendenziell weniger essen.
2. Er vermindert Wassereinlagerungen
3. Apfelessig behindert möglicherweise die Verdauung von Stärke und reduziert somit die Aufnahme von verwertbaren Kohlenhydraten um ca 20-30% … dies vermindert den Blutzuckeranstieg mit allen positiven Folgen. (Mehr zum Thema Insulin findest du hier)
4. Apfelessig kann in vielen Gerichten als kalorienarmer Zusatz benutzt werden … Am besten macht er sich in Salatsossen.

Apfelessig das kleine Helferlein

Sodbrennen?

Wie im oberen Abschnitt bereits erwähnt kann Apfelessig bei Sodbrennen, das durch einen Mangel an Magensäure ausgelöst wird, helfen. Ein kleiner Teelöffel vor der Mahlzeit genügt.

Magenverstimmung?

Auch bei einer Magenverstimmung können die Komponenten des Apfelessigs helfen. Ist die Ursache bakteriell, helfen vor allem die antibiotischen Eigenschaften, aber auch das präbiotische Pektin hilft den Verdauungstrakt zu beruhigen. Hierzu einfach 1-2 Teelöffel Apfelessig in genügend Wasser auflösen und trinken.

Erkältung im Anflug?

Die antibakterielle Wirkung kann sehr gut bei einer beginnenden Erkältung ausgenutzt werden. Einen Teil Apfelessig und einen Teil Wasser mischen und alle paar Stunden damit gurgeln hilft, die lokalen Bakterien im Hals zu vertreiben.

Schuppen & Natürliche Spülung

Die meisten Shampoos sind von Natur aus leicht alkalisch … dies stört das saure Milieu unserer Kopfhaut. Apfelessig hilft, den Normalzustand wieder herzustellen und zusätzlich die Kopfhaut etwas zu entfetten.
Häufige Auslöser von Schuppen sind verschiedene Arten von Pilzen.  Sie können in sauren Milieus schlecht wachsen und lieben dagegen fettige Kopfhaut.

Ein Versuch gegen Schuppen anzukämpfen ist verdünnter Apfelessig – vorausgesetzt sie jucken nicht und sind nicht entzündlich.
Man kann die Lösung (1EL auf 250ml Wasser) nach dem normalen Waschen auf die Haare und Kopfhaut auftragen, kurz warten und dann ausspülen oder man kann den verdünnten Essig 2-3 Mal die Woche als Kur anwenden – Einwirkzeit: 10-15 Minuten.

Grundsätzlich kann die Mischung sehr gut als natürliche Alternative zur herkömmlichen Spülung benutzt werden. Das Haar wird weich und samtig, da der Kalk des Wassers ausgespült wird. Und keine Angst – der Geruch nach Apfelessig hält nur solange an wie das Haar nass ist. Wenn man möchte, kann man auch ein paar Tropfen ätherische Öle hinzufügen.

Hautunreinheiten

Bei Hautunreinheiten kann Apfelessig vorübergehend helfen – sie können schwerer entstehen und man wird sie auch leichter wieder los. Einfach ein wenig Apfelessig auf einen Wattebausch geben und dann die Haut sanft abreiben. Wer sehr empfindliche Haut hat oder die Gesichtshaut behandeln möchte sollte den Essig etwas verdünnen. Die Augen sollten in jedem Fall ausgespart werden.
Dauerhaft ist von der Nutzung allerdings abzuraten … da die Haut dadurch leicht austrocknen kann.

Zähne aufhellen?… Lieber nicht!

Viele Webseiten erzählen begeistert das man seine Zähne mit dem Apfelessig aufhellen kann. In der Tat klappt das ziemlich gut … aber mit dem hohen Preis, dass man durch die Säure den schützenden Mantel der Zähne auflöst. Von unserer Seite ein zu hoher Preis und ein klares „Nein“.

Desinfektions- und Putzmittel

Mit seinen antibakteriellen Eigenschaften ist Apfelessig ein sehr gutes Desinfektionsmittel in allen Lebenslagen … dazu noch kalklöslich. So hilft er auch beim Putzen. (Mischung 1:1)

Obst und Gemüse von Pestiziden befreien

Obst und Gemüse wird vor allem im konventionellen Anbau mit vielen Pestiziden besprüht, aber auch Umweltgifte die über den Regen transportiert werden, sind ein Problem in unserer Nahrung. Ein Bad in einem mit Wasser gefülltem Waschbecken und einem Spritzer Apfelessig ist eine gute Möglichkeit, Obst und Gemüse mit unempfindlichen Schalen von einem guten Teil der Gifte zu befreien.

Vorsicht ist geboten … Verwendung mit Bedacht.

Bei allen Anwendung darf man nie vergessen, dass Apfelessig aus Säure besteht … bei übermässiger Nutzung können – wie bereits erwähnt, die Zähne, aber auch die Speiseröhre oder die Haut darunter leiden. Vor allem, wenn man mit verdünnten Varianten arbeitet.
Mit Bedacht angewendet, ist Apfelessig in vielen Bereichen eine tolle, natürliche Alternative.

Quellen

Gut Microbes. 2016; 7(3): 189–200.
Published online 2016 Mar 10. doi:  10.1080/19490976.2015.1134082
PMCID: PMC4939913
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PMCID: PMC4486441
Antibiofilm Properties of Acetic Acid
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