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Welche Yogaarten gibt es? Und welche ist für mich geeignet?

Ina Batziakas hat für sich schon herausgefunden, wie Yoga ihr Leben beeinflusst und wie sie Energie und Kraft daraus schöpfen kann. Nun hat sie es sich zum Ziel gemacht, als Yogalehrerin andere auf ihrem Weg dort hin zu begleiten. Heute hat sie für uns einen Blogbeitrag mit einem Überblick über verschiedene Yogastile geschrieben – und wer weiß? Vielleicht macht es den ein oder anderen neugierig auf eine Yogastunde…

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Yoga you must do – calm you will be

Schon der gute Yoda wusste von den Vorteilen, die Yoga mit sich bringen kann. Und immer mehr Menschen entscheiden sich ihre ersten Schritte zu wagen. Vielleicht erst nur im Geiste, steht man meist hier schon vor dem ersten Problem.

Wo und wie fang ich nur an? Mittlerweile gibt es so viele Yogastile, dass einem schnell schwindelig werden kann und es einem schwer fällt, den Überblick zu behalten. Gerade für Anfänger ist es eine schwierige Entscheidung, wird hier doch absolutes Neuland betreten. 

Wie oben bereits erwähnt, gibt es nicht nur viele unterschiedliche Yoga-Stile. So manches hängt auch davon ab, ob etwa die Chemie zwischen Teilnehmer und Kursleiter stimmt oder auch das eigene Empfinden in der Gruppe. Passt die Dynamik der Gruppe zu mir oder passe ich zu der vorhandenen Dynamik? Die wichtigsten Kriterien: Du musst dich wohl fühlen, sicher, geschützt und aufgenommen.

Machen wir erst einmal einen kleinen Exkurs in ein paar der gängigsten Yoga-Stile:

Hatha Yoga

Hatha kommt aus dem Sanskrit – „ha“ steht für die Sonne und „tha“ für den Mond. Diese Art kann gerade für Anfänger ein sehr schöner Beginn sein, um sich langsam mit den verschiedenen Körperübungen (Asanas) und Atemtechniken (Pranayma) auseinanderzusetzen.

In einer Hatha-Yogastunde ist alles auf eine Festigung des Gleichgewichts, also der inneren und äußeren Balance, ausgerichtet. In den Übungen findet sich dieses Gleichgewicht einerseits in kraftvoll-anstrengenden und andererseits in sanft-ruhenden Haltungen wieder – also ausgleichend wie Sonne und Mond. 

Vinyasa Yoga

Der Begriff Vinyasa bedeutet, dass der Atem mit den Bewegungen im Einklang steht. Im Vinyasa-Yoga beeinflusst du Atem und Bewegung mit dem Ziel, beides zusammenzuführen, so dass aus dieser Kombination ein Flow entsteht.

Diese Yogaflows sind eine gute Möglichkeit, sich vom Alltag eine Pause zu gönnen. Sie erinnern schon fast an eine Art Choreografie, die mehrmals als Ablauf wiederholt wird. Das kann körperlich ganz schön anstrengend sein, bietet aber eine perfekte Kopfauszeit. Zudem kann es eine tolle Erfahrung sein, den Punkt zu erreichen, den Atem und die Bewegung so zu verinnerlichen, dass eine Art bewegte Meditation entsteht.

Kundalini Yoga

Ein Stil für alle, die diese uralte indische spirituelle Praxis erleben wollen. Hierbei werden Körperübungen mit Entspannungstechniken vereint, Mantras gesprochen und meditiert.

Ein Kundalini-Yogakurs besteht aus den Elementen „Asanas“, „Meditation“ und „Gesang /Mantra“ (Chants). 

Bei dieser Yoga-Art zielt man auf die Kundalini-Energie ab, die an der Basis der Wirbelsäule ruht. Es bewegen sich hier zwei Energieströme im Kreislauf um die Basis der Wirbelsäule herum und treffen auf unsere sogenannten Chakren. Jedes Chakra hat eine Funktion, die uns gesund halten soll.

Kundalini ist meiner Meinung nach leichter zu verstehen, wenn die Yogapraxis schon ein wenig im Leben und Geist angekommen ist.

Ashtanga Yoga

Dieser Yogastil ist sehr intensiv und vielleicht eher für Fortgeschrittene geeignet. Im Vergleich zu den meisten anderen Yoga-Stilen werden im Ashtanga Yoga immer dieselben Asana-Abfolgen praktiziert. Häufig wird diese Reihenfolge im Kurs nicht klassisch angesagt. Jeder Teilnehmer praktiziert in seinem persönlichen Tempo. Meist geht der Yogalehrer hier lediglich durch den Raum und assistiert bei seinen Teilnehmern. Ein Stil, um ganz bei sich selbst zu bleiben. 

Im Ashtanga spielt die Kontrolle des Atems eine wichtige Rolle. Dies wird mit der sogenannten Ujjayi-Atmung erreicht: Hierbei wird die Stimmritze leicht verschlossen, wodurch beim Ein- und Ausatmen ein hörbares Rauschen entsteht. Auf diese Weise dient eine bewusste Kontrolle des Atems als Fokuspunkt. Entgegen vieler Annahmen sollte der Atem nur ganz dezent zu hören sein. Ein sanftes leises Rauschen darf zu hören sein, aber bitte nicht: Wer am lautesten röchelt, Ujjayied am besten 😉

Ein weiteres Merkmal im Asthanga sind die sogenannten Drishti. So gibt es zu jeder Körperübung einen bestimmten Blickpunkt, der ständig mit den Augen fokussiert wird. Auch dies hilft der Konzentration und der Schärfung der Sinne.

Bikram Yoga / Hot Yoga

Bikram Yoga, manchmal auch als Hot Yoga bezeichnet, wurde vom gleichnamigen Gründer Birkram Choudhury entwickelt und wird in einem knapp 40 Grad warmen Raum unterrichtet.

Muss das so heiß sein, fragt man sich wohl zu Recht. Dabei hat die Temperatur durchaus einen Sinn: Durch die Wärme sollen die Muskeln flexibler werden. Außerdem wird durch das Schwitzen der Entgiftungsprozess beschleunigt. Eine typische Yogaeinheit besteht aus 26 Übungen.

Ich persönlich würde auch hier Yoganeulingen abraten, diese Form als Einstieg zu wählen. Ungeübte Körper kommen meist schon bei normalen Temperaturen durch die fordernden Übungen leicht ins Schwitzen. 

Yin Yoga

Hier geht es darum, dass das Körpergewebe, vor allem um die Gelenke herum, gedehnt und gestärkt wird. Yin-Yoga bearbeitet also die Faszien, das Bindegewebe und die Gelenke. Dafür werden verschieden Asanas über mehrere Minuten hinweg gehalten.

Die beste Zeit für Yin-Yoga ist entweder gleich nach dem Aufstehen oder kurz vor dem Zu-Bett-Gehen: Morgens steht der körperliche Nutzen im Vordergrund, da der Körper sanft geweckt und aufgelockert wird. Die Praxis am Abend hingegen, wenn unsere Muskeln bereits gedehnt und aufgewärmt sind, wirkt psychisch ausgleichend und kann somit zur Ruhe verhelfen.

Fazit

Auch wenn es so viele verschiedene Stile gibt: Manche Yogakurse vereinen mehrere Varianten. In meinem Unterricht nutze ich meist eine Mischung aus Hatha und Vinyasa – manchmal kombiniert mit Yin-Yoga.

So oder so empfehle ich euch, alles einmal auszuprobieren. Hatha-Yoga ist ein wundervoller Einstieg. Mit einer regelmäßigen Yoga-Praxis werdet ihr bald merken, dass sich euer Yoga auch verändert oder verändern will… 😉 

Manche bleiben einem Stil treu, manche lieben die Vielfalt und einige machen ihren eigenen Mix und erfinden vielleicht etwas Neues für sich. Letztlich geht jeder seinen ganz eigenen Yogaweg und der kann unheimlich spannend sein.

Alles liebe,
Eure Ina

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